Buntes           
Nur gesunde Tauben fliegen in die Preisliste. Wir helfen Ihnen dabei.

Sie finden hier folgende Berichte:
1. Gesundheit durch Impfungen! (Siegertauben-Magazin 2009)
2. Fehler müssen korrigiert werden oder zurück zur Natur. (Siegertauben-Magazin 2009)
3. Dosto-WG-Ropa - Taubenmedizin. Indikation: Salmonellen, Kokzidien, E.Coli Bakterien.
4. Dosto-WG Ropa - Nur das Original wirkt wie ein Original ! Wahrheit und Hintergründe über die
    unterschiedliche Ropa Qualität!

5. Natur hat Zukunft ("Die Brieftaube" Nr. 2, 2004)
6. Bestandsspezifischer E.Coli Impfstoff ein Mittel gegen Jungtierkrankheit?
    ("Tauben Markt" Nr. 10, 2006)

7. Gibt es die Jungtauben-Krankheit? ("Die Brieftaube" Nr. 35, 2003, "Tauben Markt" Nr. 85, 2003)

1. Gesundheit durch Impfungen!

Im Grunde ist in den letzten Jahren zu Impfungen alles geschrieben worden. Der Taubensport ist natürlich eine Welt voller Märchen und Geschichten, selbst das Jägerlatein kann hier nicht mithalten, und von daher wird die unendliche Geschichte über das Pro und Contra von Impfungen nicht aufhören. Meine persönliche Meinung zum Impfen direkt vorweg mitgeteilt, es gibt nur Pro beim Impfen. Contra hat im Grunde nur etwas mit Faulheit, Dummheit und Unwissenheit zu tun.

Gegen die beiden ersten Eigenschaften - Faulheit und Dummheit - ist kein Kraut gewachsen, die Unwissenheit kann ich etwas erleuchten.

Die Paramyxo Impfung mit Jahresimpfstoff hat sich bei allen Züchtern durchgesetzt, es ist zudem eine Pflichtimpfung. Vergessen Sie nicht, dass viele Züchter noch vor Jahren mit Halbjahresimpfstoffen bzw. Impfungen über das Trinkwasser geliebäugelt haben. Den Züchtern, die heutzutage nur teilweise ihre Tauben impfen, also beispielsweise keine Zuchttauben etc. impfen und dies auch noch großspurig an der Theke erzählen: "Brauchst du nicht, das Geld kannst du dir sparen", sei folgendes gesagt:

"Ihr lebt alle davon, dass die meisten Züchter den kompletten Bestand impfen und dadurch keine große Paramyxo Schutzlücken entstehen. Würden alle so fahrlässig handeln, hätten wir ein riesiges Problem!"

Als Impfstoff empfehle ich immer noch Colombovac PMV bzw. PMV/Pox. Vorteile sind die kleine Dosis und der wässrige Impfstoff.

Ich war jahrelang ein überzeugter Anhänger der getrennten Impfung nach der Follikel-Methode und das zu Recht, wenn ich von den momentanen Pockenausbrüchen höre.

Der frühere Follikel-Pockenimpfstoff war ein Lebendimpfstoff, stimulierte das Immunsystem (Schutz gegen Jungtierkrankheit) und hatte eine hervorragende Wirkung.

Beim Kombinationsimpfstoff Paramyxo/ Pocken gibt es wohl in den letzten Jahren erhebliche Probleme. Der Schutz gegen die Pocken ist offenbar lückenhaft und es gibt erhebliche Pockenausbrüche in den Niederlanden, Belgien und Deutschland, auch nach Anwendung des Kombinationsimpfstoffes . Einige versuchen mit Follikel Impfstoff aus Polen das Problem zu lösen, aber auch dabei gab es erhebliche Durchbrüche. Wobei ich nicht behaupten möchte, dass der Follikel Impfstoff aus Polen schlecht ist - es gibt übrigens zwei verschiedene Impfstoffe in Polen -, nein, da könnte auch der Transportweg der Problemverursacher sein, wenn der Impfstoff nicht kalt gelagert und geliefert wurde. Umso wichtiger ist es bei diesen Problemen, alle Tiere jedes Jahr erneut zu impfen. Ich hoffe, dass die Qualität von PMV/Pox sich verbessern wird und im Jahr 2010 wieder zur Verfügung steht.

Beim Salmonellen Impfstoff ist nach wie vor der Lebendimpfstoff Zoosal T meine Empfehlung. Zoosal T stammt bekannterweise aus der DDR. Es hat halt 20 Jahre gedauert, bis die westdeutschen Tierärzte von ihren ostdeutschen Kollegen gelernt haben, das Zoosal T-Lebendimpfstoff die Immunität stimuliert (Paramunität), was für Züchter mit wiederkehrenden Problemen aus der Jungtierkrankheit sehr sinnvoll ist. Ich schätze, dass es noch weitere 10 Jahre dauern wird, bis alle Tierärzte aus den Niederlanden und Belgien das auch begreifen werden. Deren Problem der Nichtzulassung von Zoosal T in ihren Ländern wird vermutlich bleiben und von daher wird auch deren Empfehlung, eine vorbeugende Antibiotika Kur gegen Salmonellen durchzuführen, weiterhin Vorrang haben. Interessant ist es natürlich zu hören, das viele der Topspieler in den Niederlanden und Belgien sich immer häufiger Zoosal T in Deutschland oder Polen organisieren und impfen. Vor der Zoosal-Impfung sollten Erstimpfer generell eine Antibiotika Behandlung durchführen. 5 Tage Dicural, danach 5 Tage warten und dann erst impfen. Erstimpfer können nach Wochen eine Wiederholung der Impfung tätigen (Booster Effekt), müssen das aber nicht.

Anders bei Salmonellen Tot-Impfstoff, da müssen Sie eine Zweitimpfung (boostern) anwenden, das wird immer wieder verwechselt.

Über E.Coli Impfstoff diskutiert man in Deutschland erst seit einigen Jahren. Vermutlich war ich der
Erste, der weltweit im Taubensport einen bestandspezifischen E.Coli Impfstoff bei Tauben angewendet hat. Bestandsspezifische Impfstoffe sind in der Tiermedizin nichts Neues und werden bei vielen Tierarten mit Erfolg eingesetzt. Die Hauptübeltäter bei der Jungtierkrankheit sind E.Coli Keime, von denen gibt es leider viele verschiedene Stämme. Man kann jedoch von erkrankten Jungtieren die E.Coli Keime im Labor bestimmen und sich dazu den entsprechenden Impfstoff produzieren lassen. Dieser so genannte bestandspezifische Impfstoff, der die E.Coli Keime aus dem eigenen Bestand enthält, wirkt stark vorbeugend gegen die Jungtierkrankheit. Probleme können sich natürlich aus wechselnden E.Coli Keimen im Brieftaubenbestand ergeben. Der Schutzfaktor dieser Impfung bleibt jedoch auch bei wechselnden E.Coli Keimen erstaunlich hoch. Merkwürdigerweise wird in den Niederlanden und Belgien bei den Topspielern E.Coli Impfstoff immer häufiger eingesetzt, nur nicht in Deutschland. Selbst wenn es nicht mehr ein direkt bestandsspezifischer E.Coli Impfstoff ist, wird die Wirkung von allen Anwendern als sehr positiv geschildert. Mindestens ist sie gleichzusetzen mit der erhöhten Immunität durch einen Lebendimpfstoff, wie sie zum Beispiel durch Pocken bzw. Salmonellen Impfung gegen die Jungtierkrankheit erreicht wird.

Johannes Jakobs, Tollisan NL                               > nach oben <

2. Fehler müssen korrigiert werden oder zurück zur Natur.

Fehler müssen korrigiert werden oder zurück zur Natur lautet die Überschrift. Ganz so einfach ist es nicht, eine Empfehlung, von der man jahrelang überzeugt war, zu korrigieren. Seit Jahren frage ich mich, warum bei der Jungtierkrankheit sehr oft viele Jungtauben braune Nasen haben, fast als hätten sie Schnupfen und oft nur auf einer Nasenseite.

Manchmal können Sie das im Winter noch bei einigen Jährigen beobachten. Lange Zeit war ich davon überzeugt, dass die Auslöser dafür E. Colibakterien aus der Jungtierkrankheit sind, jedoch haben die braunen Nasen einen anderen Auslöser: Pilzinfektionen.

Jungtauben, die an Jungtierkrankheit leiden, haben ein latent geschwächtes Immunsystem. Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Verursacher Circoviren sind und von daher ist es nur logisch, dass geschwächte Jungtauben anfällig sind für Pilzinfektionen. Woher kommen diese Pilzinfektionen? Wenn Sie es genauer wissen wollen, lesen Sie meinen Bericht über Tollisan Fungi. Einer der Hauptfaktoren für Pilzinfektionen sind sicherlich qualitativ schlechte Futtermischungen mit Pellets und Korreis. Jahrelang war ich ein überzeugter Anhänger und Verwender dieser Mischungen mit Pellets. Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre sowie nach einigen Untersuchungen verschiedener Futterproben bei der LUFA sage ich Ihnen: Finger weg von Mischungen mit Korreis und Pellets! Finger weg von Säcken, die im Innenteil Plastik haben! Ein Futtersack sollte atmen können und aus Papier gefertigt sein.

Heutzutage, nach einem Lernprozess von mehr als zwei Jahren, möchte ich zurück zu einem Natur-Futter ohne Zusätze jeglicher Art. Bei der Suche nach einem naturbelassenem Futter landete ich bei der Firma Spinne. Spinne lehnt es seit Jahren ab, in ihren Mischungen Korreis und Pellets zu verarbeiten. Zusätzlich sind alle Säcke mit dem Stempel versehen: "Von der LUFA mikrobiologisch getestet." Die LUFA ist die Landwirtschaftliche Forschungs- und Untersuchungsanstalt zur Beurteilung der mikroobiologisch-hygienischen Beschaffenheit von Futtermitteln, also auch Pilzbefall. Alle Spinne-Mischungen sind ohne Öle und Fette, ohne chemische Zusätze, ohne staub- und abriebbindende Mittel.

Verschiedene Futtermischungen habe ich von der LUFA untersuchen lassen, die Spinne-Mischung hatte das beste Ergebnis. Dass ein geringer Pilzbefall bei allen Getreidesorten vorhanden ist, habe ich auch neu lernen müssen. Jedoch erst ab einer gewissen Höhe des Pilzbefalls kommt Dramatik in das Geschehen.

Meine Versorgung der Tiere nach dem Flug basiert auf einer direkten Eiweißgabe mit hoch dosierten Aminosäuren (Tollyamin) ins Trinkwasser sowie Immunglobuline aus tierischem Eiweiß (Immunol) über das Futter. Als Erfinder dieser modernen Eiweißversorgung habe ich immer darauf hingewiesen, dass dazu den Tieren ein leicht verdauliches Futter ohne Erbsen gefüttert werden soll. Somit ist auch die wichtige Regeneration der Leber gewährleistet. Zukünftig werde ich als Aufbaufutter die Spinne Mischung "Leichte Kost" in den ersten Tagen füttern.
 

Spinne
Leichte Kost:
25% Braugerste, geschält; 15% Kardisaat; 15% Rohreis; 15% Weizen; 15% Dari; 7% Haferkerne; 5% Kerne; 3% Milokorn


In den weiteren Tagen bis zum Einsatztag empfehle ich Spinne Tollisan Forte. Diese Mischung ist ebenfalls sehr eiweißarm, ohne Hülsenfrüchte, jedoch sehr kohlenhydratreich und mit einer hohen Energiedichte durch Kardi, Hanf und Raps.
 

Spinne
Tollisan Forte:
30% Mais, Cribs; 6% Mais Popcorn; 16% Kardi; 15% Dari; 8% Rohreis; 7% Milocorn; 5% Hanf; 3% Gerste, geschält; 3% Plata Hirse; 2% Haferkerne; 2% Leinsaat.


Zu den letzten 3 bis 4 Mahlzeiten müssen Sie den Tauben dann die nötigen Fettreserven auffüllen. Es ist Unsinn, früh damit in der Woche zu beginnen, da die Tauben dann zum Einsatztag weniger fressen. Taubenzüchter müssen für die Fettzuführung in den letzten Tagen ein Gefühl entwickeln. Dazu empfehle ich ihnen schon seit Jahren, 30% bis 50% geschälte Sonnenblumenkerne mit einzumischen.

Spinne erhält seit 2009 frisch geschälte Sonnenblumenkerne aus einem Betrieb in Deutschland. Gegenüber bisherigen Lieferanten aus China oder Argentinien ist die Frische garantiert. Direkt nach der Verarbeitung, ohne wochenlangen Transport um die halbe Welt, gelangen die Spinnekerne zum Verbraucher. Das ist mindestens so gut, wie die berühmte Bäckerqualität.

Johannes Jakobs, Tollisan NL                               > nach oben <

3. Dosto-WG-Ropa - Taubenmedizin
Indikation: Salmonellen, Kokzidien, E.Coli Bakterien.

DOSTOFARM GmbH Deutschland informiert:
- früher ROPAFARM GmbH -

Neu: Dosto-WG-Ropa: Salmonellen, Kokzidien, E.Coli

Um bei Naturprodukten wie Oregano-Öl der DOSTOFARM GmbH eine kontinuierliche, gleich bleibende Qualität herzustellen, bedarf es eines besonderen Know-Hows, jahrelanger Forschungs- und Züchtungsanstrengungen sowie besonderer Techniken für Anbau, Ernte und Destillation der Oreganopflanzen.

Es war eine große Herausforderung, aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Oreganopflanzen, unterschiedlichen Anbaugebieten, Klimaverhältnissen und Produktionsverfahren einen zuverlässigen Standard zu entwickeln.

Denn: Oregano ist nicht gleich Oregano.

Das Oregano-Öl ist eine wichtige aktive Substanz, aber um aus diesem Rohstoff ein gebrauchsfertiges Produkt herzustellen, bedarf es weiterer Anstrengungen. Hier sei stellvertretend nur die Aufarbeitung des Oregano-Öls mit verschiedenen Träger- und Zusatzstoffen genannt. Nur so wird auch eine einfache Handhabung für verschiedene Anwendungen ermöglicht. Präventiv (vorbeugend) oder kurativ (heilend) wird Dosto-WG-Ropa ins Trinkwasser oder über das Futter eingesetzt, und alles mit gleich bleibendem Standard.

Der gesamte Produktionsprozess - vom Saatgut bis zum fertigen Produkt - unterliegt permanent einer ausführlichen Qualitätskontrolle und -dokumentation.

Das alles um dem Anwender für seine Tiere die größtmöglichste Produktsicherheit zu garantieren. Wir treten jetzt den Beweis an.


Dosto-WG-Ropa hat die medizinische Zulassung für Taubenprodukte erhalten. Aus dem Futtermittelprodukt WG-Ropa wurde das Medizinprodukt Dosto-WG-Ropa, mit der Indikation Salmonellen, Kokzidien, E. Coli-Bakterien.

Dies betrifft alle Produkte:
• Dosto-WG-Ropa Flüssig
• Dosto-WG-Ropa Pulver
• Dosto-WG-Ropa Futteröl


Was bedeutet Medizinprodukt?
Strenge Produktionskriterien - gem. Arzneimittelgesetz (AMG)
• Verwendung von Rohwaren aus kontrolliertem Anbau
• Eigenes winterhartes Saatgut
• Eigene Vertragsflächen für den Anbau
• Alle Träger- und Zusatzstoffe sind für Arzneimittel zugelassen
• Strenge behördliche Arzneimittelüberwachung


Diese neue Medizinqualität von Dosto-WG-Ropa wird auch seitens der Deutschen Brieftaubenklinik anerkannt. Wir freuen uns sehr, neben der Brieftaubenfirma TOLLISAN, nunmehr auch die Brieftaubenklinik als Vertriebspartner gewonnen zu haben.

Herr Dr. Kamphausen, Leiter der Brieftaubenklinik war einer der Pioniere der Verwendung von Oregano bei Brieftauben. Früh erkannte er die vielfältigen Möglichkeiten der Anwendung von Oregano im Brieftaubenbereich, um den Verdauungstrakt der Tiere zu stabilisieren.

Bis heute ist er ein überzeugter Anwender von Oregano, umso mehr von dieser neuen Qualität.

> nach oben <

4. Dosto-WG Ropa
Nur das Original wirkt wie ein Original !
Wahrheit und Hintergründe über die unterschiedliche Qualität !

Die DOSTOfarm GmbH, Westerstede, (früher Ropafarm) ist spezialisiert auf Produkte rein biologischer Natur. Die Dosto-WG Ropa Produkte mit dem Slogan: “Nur das Original wirkt wie ein Original !“ werden ausschließlich mit naturbelassenem und standardisiertem Oreganoöl produziert. Nur die DOSTOfarm GmbH verarbeitet ein naturbelassenes Oreganoöl aus eigenem Anbau. Die speziell gezüchteten winterharten Oreganosorten (eigenes Saatgut), der zertifizierte Vertragsanbau und die neutral überwachte Produktion gewährleisten bis zum fertigen Endprodukt die Sicherheit, die Sie als Züchter von einem deutschen Qualitätsprodukt zu Recht erwarten können. Ihre Brieftauben werden es Ihnen danken.

Es gibt viele unterschiedliche Qualitäten von Oregano und somit auch von Oreganoöl, und nur ganz wenige spezielle Sorten garantieren bei entsprechend verantwortungsvoller Verarbeitung die erwünschte Wirkung.

Die Anbaugebiete der DOSTOfarm GmbH liegen in der „Magdeburger Börde“. Warum ? Fragen Sie einen Landwirt ! Der 100 Punkte Boden dort hat Referenzqualität in Deutschland.

Foto: Oregano-Feld in der Magdeburger Börde


 


„Wir haben es nicht nötig, synthetisches Oreganoöl, welches aus Erdöl chemisch hergestellt werden kann, zu verwenden. Denn nur gesunde Tauben fliegen in die Preisliste oder wollen Sie Ihre Tauben verheizen ?“

Um die herausragende Qualität unserer Produkte, die durch die strenge Kriterien ISO 9001/2000, GMP+B1, QS und Öko Zulassung, sowie die ausschließliche Verwendung von Rohware aus kontrolliertem Vertragsanbau gewährleistet ist, für Sie als Kunde unverwechselbar zu machen, wurde die Änderung des Firmennamens  Ropafarm in DOSTOfarm GmbH vorgenommen.

Foto: Destillationsanlage

 

 

 

                            > nach oben <

5. Natur hat Zukunft
("Die Brieftaube" Nr. 2, 2004)

Oregano - Hochwirksam und mehr als nur ein Pizzagewürz.

Da immer mehr Bakterien und Pilze gegen die konventionellen Antibiotika und Antimykotika (Pilze) resistent werden, bekommen die volks-und naturheilkundlichen Stoffe wieder eine besondere Rolle. Bestimmte Antibiotikagruppen dürfen jetzt schon nicht mehr in der Veterinärmedizin eingesetzt werden und sind nur noch für den Humanbereich bestimmt. Es ist abzusehen, dass weitere antibiotische Wirkstoffe vom veterinärmedizinischen Markt verschwinden werden, wenn nicht sogar alle.

Die Gesunderhaltung von Tieren wird in Zukunft also durch die Optimierung von Management, Fütterung, Hygiene und Impfprogrammen zu gewährleisten sein. Deshalb braucht einem jetzt nicht Angst und Bange zu werden um die Gesunderhaltung der Brieftauben.

Die Natur hilft uns dabei und stellt uns ein wirkungsvolles „Waffenarsenal" gegen Bakterien zur Verfügung.

Oregano, ein Gewächs aus der Pflanzenfamilie der Lamiaceae (Lippenblütengewächse), ist so eine Waffe. Erst jüngst hat eine Studie eines Forscherteams der Kansas State University die bemerkenswerte antimikrobielle Eigenschaft von Oregano bestätigt und empfohlen, das Gewürz Oregano zur Konservierung von Fleischprodukten einzusetzen, um E.Coli Bakterien zu verhindern. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit galten Zubereitungen ätherischer Öle als „Antibiotika für Arme". Im Oregano-Öl sind die beiden Hauptwirkstoffe Carvacrol und Thymol enthalten. Sie dienten schon im alten Ägypten wegen ihrer bakteriziden und fungiziden Eigenschaften zur Konservierung von Mumien. Wie gut sie gewirkt hatten, sehen wir noch heute bei den Mumien aus den ägyptischen Gräbern. Bei der Behandlung von Infektionen der Mund­höhle zeigen Thymol und Carvacrol eine starke synergistische Wirkung auf verschiedene Keime.

Oregano kann man als eine Pflanze mit einem natürlichen Antibiotikumgehalt bezeichnen. Seine vornehmliche positive Wirkung entsteht im Magen-Darm-Trakt. Es ist kein Geheimnis mehr, dass, wenn es zu einem Ungleichgewicht der Darmflora, speziell einer Vermehrung von E.Coli Bakterien oder Kokzidien kommt, die Reiseleistung extrem leidet oder Jungtiere sogar verenden können. Das Oregano-Öl wird sowohl über den Dünndarm als auch über den Dickdarm aufgenommen. Hier entfaltet es seine volle Wirkung. Anwendung findet Oregano in der modernen Geflügelindustrie, die aus Gründen des Verbotes von Antibiotika nach Problemlösungen sucht. Selbst bei der gefürchteten „Schwarzkopfkrankheit" bei Puten, bei der nach dem Verbot bestimmter Substanzen aus Gründen des Verbraucherschutzes fast ein Therapienotstand herrscht, konnte das Oregano-Öl überzeugend wirken. Aber auch in Schweineställen wird Oregano als Futterzusatzstoff verwendet. Durch seine Wirkung am Ort der Verdauung optimiert es die Zusammensetzung der Bakterienflora in Magen und Darm und sorgt dadurch für eine Verbesserung der Nährstoffausnutzung und eine Leistungssteigerung der Tiere.

Fast gleichzeitig mit dem Auftreten der Jungtierkrankheit bei den Brieftauben traten in deutschen Kaninchenbeständen bei den Jungtieren häufig Darmerkrankungen mit Todesfolge auf. Für die Entstehung der zurzeit als „Enterocolitis" benannten Krankheit ist eine Entzündung des Dickdarms verantwortlich. Der Krankheitsverlauf ist rasant schnell und endet meist tödlich. Der Einsatz von Antibiotika hatte kaum Erfolg. Immer häufiger berichten nun Kaninchenzüchter, dass nach der regelmäßigen Gabe von Oregano-Öl die Krankheit nur noch selten auftritt.

Ein wichtiger Hinweis sei hiermit gemacht: Oregano-Öl ist nicht gleich Oregano-Öl! Die Wirksamkeit von natürlichem Öl (Origanum-Öl, nativ) ist stärker als die eines Öls aus einer synthetischen Produktion.

Fazit: Oregano ist ein Wirkstoff von rein biologischer Natur, mit der vergleichbaren Wirkung eines Antibiotikums. In einigen Fällen ist es den Chemie-Produkten sogar noch überlegen. Das ist einer der Gründe, warum Natur Zukunft hat.

Nur die Oregano-Produkte der Firma DOSTOfarm GmbH, D-26665 Westerstede haben die geprüfte Qualität! DIN EN ISO 9001:2000 GMP + HACCP.              > nach oben <

6. Bestandsspezifischer E.Coli Impfstoff ein Mittel gegen Jungtierkrankheit?
(
"Tauben Markt" Nr. 10, 2006)

Der Name "Jungtierkrankheit" ist falsch und trügerisch, denn längst sind es auch die Alttauben, die von der "Moostauben"- oder "Adeno"- Krankheit eingeholt worden sind. Die meisten Züchter haben das noch nicht erkannt, obwohl viele feststellen mussten, dass die Leistungskurve bei den Alttauben – häufig in den letzen Jahren ab dem 5. bis 8. Preisflug  stetig nach unten zeigte. Begleitet wird dieser Formverlust mit Symptomen wie schlechtes Flugverhalten beim Training, die Tiere fressen nicht mehr richtig und einzelne Alttauben erbrechen sogar das Futter. Alles Anzeichen wie bei der "Jungtierkrankheit".

Die Auslöser der Jungtierkrankheit sind Circoviren, die bei einzelnen Tierarten seit den 80-er Jahren auf dem Vormarsch sind. In der Schweinebranche stellen sie ein großes Problem dar. Durch ein modernes Management bezüglich Fütterung, Hygiene und Impfung versucht man, entsprechende Lösungen zu finden.

Über Circoviren bei Tauben spricht man in Fachkreisen seit einigen Jahren. Dieser Ausdruck ist für den normalen Züchter eher unbekannt. Das Wort Circoviren sollten wir aber langsam in unseren Wortschatz aufnehmen, denn unsere Bestände tragen mittlerweile flächendeckend in Deutschland dieses Virus in sich. Das trifft auch für andere Länder zu. Bei Untersuchungen in Beständen, in denen die Jungtierkrankheit zum Ausbruch gekommen ist, wurden überall Circoviren festgestellt.  Erst in diesem Jahr wurden von der Vogelklinik Uni Leipzig rd. 30 Bestände von Züchtern untersucht, die bisher keine Probleme mit der Jungtierkrankheit hatten. Die Ergebnisse waren eindeutig: Überall gab es Circoviren.

Ich selber habe drei Jungtauben von meinem Vereinsvorsitzenden, der noch nie eine kranke Jungtaube hatte, zur Untersuchung an die Uni Leipzig eingesendet: Selbst bei seinen Tauben wurden Circoviren nachgewiesen.

Circoviren lähmen das Immunsystem der Jungtauben. Die Bursa Fabricii ist das zentrale Abwehrorgan der Jungtauben. In ihr werden die wichtigen Immunzellen für das Abwehren von Krankheiten produziert. Circoviren befallen diese Immunzellen und setzen dadurch das Immunsystem der Jungtiere außer Kraft. Die Jungtauben sind nun schutzlos anderen Keimen ausgeliefert, unter anderem dem Erreger E. Coli, einem der Hauptübeltäter bei Ausbruch der Jungtierkrankheit.

Das Abwehrorgan Bursa Fabricii könnte man auch als ein “pubertäres Organ” bezeichnen, weil es nur bei Jungtauben vorkommt. Das Organ bildet sich im Laufe von Monaten immer weiter zurück; bei den jährigen Tauben übernehmen andere Immunsysteme die Abwehrarbeit und lassen die Circoviren unbedeutend werden. Vermutlich ist das einer der Gründe, warum verdunkelnde Sportfreunde weniger mit der Jungtierkrankheit zu tun haben. Die sehr früh gezogenen Jungtauben sind zu Beginn der Reise auf Grund ihres Alters bereits “Pseudo-Jährige” und verfügen über zusätzliche Abwehrmechanismen.

Niemand sollte sich vor der Erkrankung sicher fühlen. Die Faktoren, die zum Ausbruch der Krankheit führen, sind sehr vielfältig. Dazu zählen Überbevölkerung mit mangelnder Hygiene und auch die viel gepriesene Strohecke ist im Grunde nur eine ideale Brutecke für Keime. Tägliches Säubern und vor allem das Desinfizieren des Jungtierabteils des letzten Jahres erscheinen mir sehr wichtig.

Wolkenloser, blauer Himmel ist Gift für Jungtiere. Vermeiden Sie es generell, an solchen Tagen Jungtauben fliegen zu lassen. Manchen Transporteuren müsste man bei den diesjährigen, heißen Wetterphasen und den trotzdem durchgeführten Jungtierflügen einen “blauen Brief” schreiben. Die meisten Ausbrüche fangen stressbedingt mit dem ersten Einkorben der Jungtiere an. Durch häufiges privates Einkorben und sofortiges Fliegen lassen am Haus können Sie den Tieren helfen, diese nervliche Beanspruchung zu bewältigen. Die Reisevereinigungen sollten sich ebenfalls überlegen, durch mehrere kürzere Trainingsflüge von nur 50 km den Jungtieren beim Überwinden dieser Stressfaktoren zu helfen. Schon in meinen ersten Impfberichten vor Jahren, habe ich die getrennten Impfungen gegen

– Paramyxo (früh, möglichst beim Absetzen)

– Salmonellen (Lebendimpfstoff Zoosal-T, Firma IDT)

– Pocken (Follikelmethode, kurz vor Reisebeginn)

als einzige Methode bezeichnet, um bei Jungtauben eine stimulierende Wirkung auf das Immunsystem auszuüben. Viele Züchter bestätigten mir inzwischen, dass sie seit der getrennten Anwendung aller drei Impfungen keinen Ausbruch der Jungtierkrankheit mehr hatten.

Begünstigt wird der Krankheitsausbruch oft durch zu eiweißreiches Futter (Hülsenfrüchte). Tauben brauchen keine Hülsenfrüchte, schon gar nicht in der Reisezeit! Trotzdem werden einige Sportfreunde ihre “Altersweisheiten” über Ernährung weiter verbreiten, obwohl ich keinen Spitzensportler kenne, der sich von einem Bohneneintopf ernährt. 

Mehrheitlich sieht der Krankheitskomplex beim Ausbruch der Jungtierkrankheit so aus, dass die Tiere nicht mehr richtig fressen, sie erbrechen das Futter und der Kot ist schleimig-grün. In fast allen Untersuchungen konnte bei diesem Krankheitsbild Escheria coli als Krankheitserreger nachgewiesen werden. Die traditionellen Antibiotika- Kuren haben die Resistenzlage bei E.Coli Bakterien derart verschlechtert, dass sie häufig keine Wirkung mehr zeigen. Ebenfalls kann man vermehrt beobachten, dass die Jungtierkrankheit nach erfolgreicher Behandlung erneut zurückkehrt. Bei vielen Züchter zeigen sich die bekannten Krankheits- Symptome wöchentlich nach jedem Preisflug, so dass viele resigniert die Reise einstellen. Das Thema Jungtierverluste möchte ich in diesem Zusammenhang erst gar nicht ansprechen.

In der Mauser- und Winterzeit sitzen vielfach Tauben auf den Schlägen, die bereits als Jungtiere unter dem o. g. Krankheitsbild litten. Äußerlich sehen sie gesund aus, doch der Schein trügt und der wahre Gesundheitszustand zeigt sich während der Reisesaison ab dem 5.-8. Preisflug. Mit zunehmender Anzahl der Preisflüge, steigenden Kilometern und u. U. schwierigen Flugverläufen kommt der Leistungsknick. Das Flugverhalten beim Training wird schlechter, der Kot ist nicht mehr optimal und die Tiere fressen nicht mehr richtig, da das Futter länger im Kropf verweilt. Einige Alttauben erbrechen ein bis zwei Stunden nach der Fütterung sogar ihr Futter. Spätestens jetzt müssten viele Züchter begreifen, dass von der letzten Jungtiererkrankung die E.Coli Keime im Umfeld bzw. im Milieu ihres Schlages, im Jungtierabteil, im Reinigungswerkzeug und sehr wahrscheinlich im Körper der ehemals kranken Jungtauben überlebt haben und nun bei den gestressten Alttauben ihre krankmachende Wirkung verrichten. Mit erheblichen negativen Folgen für die Reiseleistung.

Zu einem modernen Schlagmanagement gehören heute alle drei Impfungen und ein perfektes Versorgungssystem. Um meine Probleme mit E.Coli zu lösen, habe ich mir als erster Brieftaubenzüchter überhaupt einen bestandsspezifischen E.Coli Impfstoff produzieren lassen. Nach Abschluss der Alttier und Jungtierreise darf ich sagen, dass die Anwendung ein voller Erfolg war. Keine einzige Alt- oder Jungtaube hat die klinische Symptomatik der Jungtierkrankheit gezeigt. Im Gegenteil: Alle Tiere hatten während der gesamten Reisezeit einen noch höheren Gesundheitslevel, als in den Jahren zuvor (und bei mir liegt die Messlatte bezüglich Gesundheit extrem hoch!).

E.Coli Handelsimpfstoffe, deren Entwicklung Jahre dauert, kommen vielfältig bei anderen Tierarten zur Anwendung. Das Problem bei unseren Tauben ist jedoch die Vielzahl der unterschiedlichen E.Coli Keime. Von daher kann nur ein bestandsspezifischer Impfstoff eine Lösung bringen. Bevor die Produktion eines bestandsspezifischen Impfstoffes erfolgen kann, muss der für das Krankheitsgeschehen verantwortliche Erreger, in meinem Fall E.Coli, eindeutig diagnostiziert und isoliert werden. Es dürfte klar sein, dass ein Streptokokken- Impfstoff gegenüber einer E.Coli Erkrankung wirkungslos bleibt. Dieses Beispiel macht deutlich, dass der ausführlichen Diagnostik eine Schlüsselrolle für den Erfolg zukommt. Eigenbehandlungen mit Antibiotika erschweren mitunter die Diagnostik sowie die Erreger-Isolierung. Gesetzlich erlaubt ist der Einsatz eines bestandsspezifischen Impfstoffes, wie es der Name schon sagt, nur im Herkunftsbestand.

2005 habe ich bei zehn Jungtieren, die Symptome der Jungtierkrankheit zeigten, in der Tierarztpraxis Beck, DN-Merzenich zehn Kloakenabstriche durchführen lassen. Die Abstriche wurden an das Tiermedizinische Laboratorium Biofocus in Recklinghausen zur Untersuchung eingesandt. Nachdem dort von der Tierärztin Susanne Jansen in allen Kotproben der Keim E. Coli nachgewiesen wurde, sind diese zehn Proben an das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin weitergeleitet worden. Dr. Steinrück (Zentrum für Erregercharakterisierung) hat in den entsprechenden Untersuchungen die eingesandten zehn E.Coli Stämme auf den jeweiligen Serotyp charakterisiert. Nach Abschluss dieser Diagnostik wurde mir vom Impfstoffwerk IDT ein bestandsspezifischer E.Coli Impfstoff produziert. Im Winter 2006 habe ich sofort alle Alttauben und im Frühjahr alle Jungtiere damit geimpft. Negative Impfreaktionen hat es keine gegeben. Bei der gesamten Abwicklung stand mir Tierarzt Dr. Lauterbach vom Impfstoffwerk IDT hilfreich zur Seite.

Ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Züchter versuchen, diesen neuen Weg zu gehen. Der Brieftaubensport braucht moderne Lösungen, wie sie bestandsspezifische Impfstoffe bieten können. Durch die Ansammlung der unterschiedlichen E.Coli Typen bei Brieftauben könnte es vielleicht eines Tages zur Produktion eines Handelsimpfstoffes kommen.


Gesundheitsforum in Kassel
Das Thema “Bestandsspezifischer Impfstoff – Ein Mittel gegen die Jungtierkrankheit?” stand am Samstag, 11. November 2006 im Mittelpunkt des traditionellen Gesundheitsforums im Rahmen des 17. Internationalen Tauben-Markt in Kassel. Neben dem Autor Johannes Jakobs haben Dr. Lutz Lauterbach vom Impfstoffwerk IDT, der maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war, sowie die Tierärztin Susanne Janßen vom Laboratorium Biofocus und Dr. Volker Schmidt, Vogelklinik Universität Leipzig, interessierten Züchtern und Sportfreunden Rede und Antwort gestanden.

Dr. Volker Schmidt Tierärztin Susanne Janßen Dr. Lutz Lauterbach

> nach oben <

7. Gibt es die Jungtauben-Krankheit?
("Die Brieftaube" Nr. 35, 2003, "Brieftaubensport International", "Tauben Markt" Nr. 85, 2003)

Gibt es die Jungtauben-Krankheit?

Eine Frage, die der Vizepräsident Walter Klein in „Brieftaube" Folge 35/03 an die Züchter und an unsere Tierärzte stellte. Die Beantwortung dieser Frage kann aber im Grunde nur von den Tierärzten kommen. Sie erleben doch die Probleme hautnah vor Ort.

Leider gibt es aber auch unter den Tierärzten kei­nen einheitlichen Therapieansatz oder Meinung zur Jungtauben-Krankheit.

Ich selber hatte vor Jahren permanent Probleme mit der Jungtauben-Krankheit. Die Diagnose beim Tierarzt war jedoch immer ein einleuchtender Befund; einmal hatte ich Paramyxo, weil einige Spätjunge nicht geimpft wurden, und ein anderes Mal waren es Salmonellen bei den Jungtauben. Dies war für mich der Zeitpunkt, mich eingehend mit den Problemen der so genannten Jungtauben-Krankheit zu befassen. Heute bin ich der absoluten Überzeugung, dass man durch systematisches Impfen einen top­gesunden Brieftaubenbestand erhalten kann.

Wie macht man das und was bedeutet es?

Als Erstes impfe ich alle Jungtauben sofort beim Absetzen gegen Paramyxo mit Colombovac (kein Kombiimpfstoff!). Dieser Impfstoff ist wässrig, erfordert mit 0,2 ml nur eine kleine Impfdosis und ist deshalb absolut gut verträglich. Mit dieser frühen Impfung gebe ich den Jung­tauben einen ersten Immunitätsschub und schütze sie sofort gegen die Paramyxovirose, denn diese Erkrankung kann schon sehr früh auftreten. Die meisten Züchter würden sie auch nicht erkennen, weil das früher auftretende, typische Kopfverdrehen kaum noch festzustellen ist. Heutzutage wird der Krankheitsverlauf von wässrigem Kot begleitet, der Schlagboden sieht aus, als wenn es hineingeregnet hätte. Wenn man bedenkt, wie früh heutzutage Jungtauben gezogen und wie spät diese dann oft geimpft werden, teilweise erst kurz vor Reisebeginn, ist dies im Grunde ein unmöglicher Zustand!

Nach dem Absetzen der Jung­tauben können Sie selbstverständlich auch eine Strohecke im Jungtierschlag einrichten. Diese eigentlich gut gemeinte Idee wird von vielen Taubenzüchtern jedoch zu einem Misthaufen umfunktioniert. Davor kann ich nur warnen. Gerade im Sommer ist dieser Misthaufen eine ideale Brutecke für verschiedene Krankheits­erreger. Ich reinige deshalb meinen Jungtiertaubenschlag zweimal am Tag, weil ich ihn, wie fast alle Züchter, überbesetzt habe. Allerdings können meine Tiere den ganzen Tag über in eine Voliere laufen und an der Luft und Sonne ihr Immunsystem hervorragend stärken.

Impfung gegen Paratyphus.

Zieht der erste Jungtaubenschwarm ums Haus, werden die fliegenden Jungtauben mit Zoosal T geimpft (Lebendimpfstoff). Dieser Impfstoff stammt aus der früheren DDR. Dort gab es die so genannten LPGs in der Landwirtschaft, in denen die Massentierhaltung ausgeübt wurde, mit den bekannten Krankheitsproblemen. Vergleichbar mit den Problemen, die wir auch oft mit unseren großen Taubenbeständen speziell bei den Jungtauben haben. Trotz anfänglicher Skepsis gegenüber dem Einsatz von lebenden Impfkeimen ist die Wirksamkeit unübertroffen.

Heute wird Wirtschaftsgeflügel bundesweit ausschließlich mit Salmonellen-Lebendimpfstoffen vor Infektionen mit diesem Keim geschützt. Die Sicherheit von Lebendimpfstoffen ist mittlerweile so gut, dass diese selbst für die Lebensmittelproduktion problemlos eingesetzt werden. Ich weiß, dass viele Tierärzte dieses nicht so sehen, aber es ist Zeit, wach zu werden und umzudenken. Nicht alles, was man im Studium gelernt hat, muss Gültigkeit für die Ewigkeit haben.

Positive Schutzwirkung der Impfungen.

Fast alle Züchter, die diesen Impfstoff verwenden, bestätigen die positive Schutzwirkung. Und das nicht nur bei Salmonellen, sondern bei allen Magen-Darm-Problemen, und die haben wir doch bei unseren Jungtauben. Wenn man die Artikel von Professor Grund zu diesem Thema liest, dürf­te es dazu keine Diskussionen mehr geben. In einem Bericht eines Tierarztes, einem der führenden Taubentierärzte, konnte ich vor kurzer Zeit lesen: „Zahlreiche Beobachtungen von Züchtern belegen, dass in Beständen, in denen seit Jahren regelmäßig gegen Salmonellen geimpft wird, die Häufigkeit und die Schwere verschiedener Jungtiererkrankungen geringer sind." Vor der Erstimpfung mit Zoosal T sollten Sie eine Antibiotika-Kur machen und erst nach 10 Tagen impfen, weil das sonst nachwirkende Antibiotikum den Impfstoff nicht zur Wirkung kommen lässt. Diese Kur dient dazu, unterschwellig vorhandene Salmonellennester bei den Tauben zu eliminieren.

Untersuchungen von der Firma IDT über die Häufigkeit von Salmonellen bei Brieftauben gibt es, und die müssten allen Züchtern Warnung genug sein (IDT Dessau-Tornau GmbH, Streetzer Weg 15 a, 06862 Rodleben, Tel. 034901-88509).

Nach dieser Impfung lasse ich meine Jungtauben einen Tag nicht fliegen. Die Tauben leiden etwas unter dieser Impfung, blühen aber danach wieder auf. Ich habe somit einen zweiten Immunitätsschub gesetzt und halte mir mit dieser Impfung viele Magen-Darm-Probleme bei den Jungtauben vom Hals.

Kurz vor Beginn der Vortouren impfe ich dann zum dritten Mal, und zwar gegen die Pocken nach der Follikelmethode (Nobilis Pigeon Pox, Intervet). Diese Impfung stimuliert das Immunsystem am meisten, so dass eine weitere verbesserte Abwehrkraft gegen andere Krankheiten aufgebaut wird und in die Reise hineingetragen werden kann. Die Impfung gegen die Pocken enthält die gleichen Viren wie Baypamun, welches im Pferdesport eingesetzt wird, und dem man eine starke immunstimulierende Wirkung nachsagt. Mit diesem systematischen Impfen habe ich nicht nur die Pflichtimpfungen durchgeführt, sondern vor allen Dingen im Abstand von Wochen eine starke Immunstimulation bewirkt. Diese Impfungen wiederhole ich im Winter mit dem gesamten Bestand und damit meine ich restlos alle Tauben, jede Reise- und jede Zuchttaube.

Alle diese Impfungen führen zu einer spezifischen Stimulierung des Immunsystems und zeigen darüber hinaus meiner Erfahrung nach übergreifende positive Effekte im Sinne eines Paraimmunitäts-Inducer (unspezifischer Reiz, der das Immunsystem in seiner Leistungsfähigkeit unterstützt).

Es wird Zeit, dass wir Taubenzüchter wach werden und umdenken. Eine Impfung ist nämlich nichts Krankmachendes, sondern dient dazu, den Taubenbestand gesund zu halten und ist im Grunde viel billiger, als Medikamente kaufen zu müssen. 

Naturprodukte auf dem Vormarsch.

Zusätzlich verwende ich seit einigen Jahren sehr viel Dosto-WG-Ropa-Flüssig 10% bei meinen Tauben, besonders bei den Jungtauben. Dosto-WG-Ropa-Flüssig wirkt gegen viele Infektionen des Magen-Darm-Traktes, hat eine vorbeugende Wirkung gegen Kokzidien und Pilzinfektionen. In früheren Zeiten galten Zubereitungen des Oreganum-Öles auch als „Antibiotikum für Arme". Bereits 24 Stunden nach der Einnahme von Dosto-WG-Ropa-Flüssig werden Sie feststellen, dass der Kot fest, rund und gebunden ist. Die Tiere fressen mehr und fliegen besser. In der Geflügelindustrie und in der Schweinemast wird nach dem Verbot von vielen Antibiotika immer häufiger Dosto verwendet. Bei den Kaninchenzüchtern gibt es eine Krankheit, die sich Enterocolitis nennt, an der wie fast bei der Jungtauben-Krankheit viele junge Kaninchen zugrunde gehen. Auch hier wurde Dosto-WG-Ropa-Flüssig mit großem Erfolg eingesetzt.

Dass man Tauben, die gereist werden, also auch Jungtauben, ein leicht verdauliches und energiereiches Futter füttern muss, dürfte sich langsam herumgesprochen haben. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Jungtauben „ziehen", sollten Sie keine Hülsenfrüchte mehr füttern, auch nicht bei der so genannten Dreiphasenfütterung. Selbst bei uns Menschen macht sich doch der Bohnen- und Erbseneintopf noch nach Stunden negativ bemerkbar. Man kann es riechen und hören.

Vor den Vortouren sollte man den Jungtauben die Gelegenheit geben, sich an den Korb zu gewöhnen.

Häufig geschieht der Ausbruch der Krankheit in Verbindung mit dem Stress des ersten Einsetzens. Ich korbe meine Jungtauben 2-3 mal Zuhause ein und lasse sie in l Kilometer Entfernung fliegen. Das gibt den Jungtauben Sicherheit, nimmt die Panik vor dem Reisekorb und minimiert den Faktor Stress.

Um auf die Frage zurückzukommen: Gibt es eine Jungtauben-Krankheit?

Mein persönliches Fazit lautet: Wenn die in diesem Bericht beschriebenen vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt würden, dann bliebe mit Sicherheit von der Jungtauben-Krankheit nicht viel übrig.              Johannes Jakobs                               > nach oben <